Instagram – ein erster Einstieg in die Social Media Welt?

Meine Tochter ist jetzt sieben Jahre alt, geht in die 2. Klasse und liest mittlerweile alles was ihr vor die Augen kommt. Vor allem, wenn sie mir dabei interessiert über die Schulter auf meinen Laptop oder das Tablet schaut. Sie bekommt mit, wenn der Mann und ich uns über Dinge im Netz unterhalten. Ob Posts, Fotos oder Videos geliked werden, ob wir etwas kommentieren oder Herzchen verteilen und all der andere Socialmedia-Kram. Sie bekommt mit, dass wir über unsere Geräte mit vielen Menschen verbunden sind und uns unterhalten können. Aber das Ausmaß der ganzen Dienste und deren Reichweite, kann ein Kind in diesem Alter natürlich noch gar nicht begreifen. Womit also anfangen, wenn das Kind teilhaben will an dieser Welt und sich nun ebenfalls mitteilen möchte?

Wir halten die Meinung einiger Erziehungsratgeber, welche proklamieren, dass Kinder erst ab 12 Jahren vor den Bildschirm oder ins Internet sollten, für absoluten Blödsinn. Vielleicht ist dies, wenn man auf dem Land lebt ohne Internet und auf einem alten 386er Rechner nur seine Inventarlisten eintippt, realistisch. Wenn wir als Eltern aber selbst tagtäglich mit all dieser Technik und dem Netz umgehen, sollten wir die Neugier der Kinder doch nicht ausbremsen. oder?  Mit kleinen Schritten ins Netz lautet deshalb bei uns die Devise.

Wir suchten also einen Dienst, mit dem die Kleine ein wenig selbst experimentieren darf. Außerdem sollte es ein eigener Account sein, den sie selbst gestalten, sich mit anderen austauschen und ein paar Dinge teilen kann. Wir Eltern sollten aber auch immer noch gut kontrollieren können, was geschieht. Nach langem Überlegen und Ausprobieren, wurde Instagram in den Sommerferien dann der Dienst, welchen wir testen wollten. Unsere Tochter liebt es Fotos zu machen, sie kann etwas dazu schreiben und ihr Profil auf „privat“ stellen. So starteten wir in den Sommerferien das „Ferienprojekt2016“. 

Da unsere Tochter noch kein eigenes Handy besitzt, konnten der Mann und ich ihren Account zusätzlich zu unseren auf unseren Geräten hinzufügen. Sie konnte also jederzeit fragen, ob sie mit unserem Handy ein Foto machen und es posten darf. So waren wir immer mit Rat zur Seite. Jedes Foto wurde also erstmal geprüft und dabei erklärt, was man im Internet posten kann und was besser lieber nicht. WER ihre Fotos sehen kann, WARUM ich bei meinem öffentlichen Profil manche Dinge nicht teile, und warum ihre Fotos nur von bestimmten Personen gesehen werden sollten. So ergaben sich viele Gespräche, bei denen man immer weiter erklären konnte, wie das so alles funktioniert mit dem Internet. Gespräche über Privatsphäre, Peinlichkeiten die man später vielleicht bereut gepostet zu haben usw. Alles Dinge, die es zu beachten gilt, wenn es irgendwann vielleicht mal ein eigener Facebook-Account werden soll.

Jetzt nach drei Monaten buchen wir das Sommerferienprojekt als vollen Erfolg ab. Wir haben nicht nur viele Fotos gemacht und gepostet. Sie konnte kleine Erlebnisse mit Menschen teilen, die wir leider nicht so oft sehen können und freute sich über deren Kommentare und Reaktionen, die sie selbst beantworten konnte. Sie verteilte selber Herzchen und fragte sich manchmal, warum manche so einen Blödsinn posten. 

Instagram macht es Eltern wirklich leicht den Überblick zu behalten. Einmal eingerichtet, bekommt man auch die Benachrichtigungen der Tochter auf das eigene Handy. So wird nichts verpasst. Trotzdem bestimmten wir meistens das Tempo. Wir sammelten und setzten uns hin, wenn Zeit und Ruhe war und gingen ihre Timeline gemeinsam durch. Meist auch erst, nachdem wir selbst ein neues Foto gepostet hatten. Nicht direkt auf jede Nachrichten antworten zu müssen, finde ich dabei eine der wichtigsten Regeln im Internet. Kommentare werden beantworten, wenn man Zeit und Ruhe dafür hat.

Wir können nach unseren Erfahrungen nun Instagram für die ersten Schritte sehr empfehlen, wenn man als Eltern mit Fragen über „dieses Internet“ gelöchert wird und man nach all den Erklärungen seinem Kind auch mal den Raum geben will, das Internet und sich selbst in selbigem dann auch mal auszuprobieren. 

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